3-dimensionale Knorpelzelltransplantate aus körpereigenen Knorpelzellen

Die Chance bei Gelenkknorpelschäden!

Je nach Defektgröße finden verschiedene operative Therapieansätze ihren Einsatz in der Behandlung. Unter anderem stellt die autologe (patienteneigene) Knorpelzelltransplantation einen vielversprechenden Ansatz dar.

Knorpel und Knochen zählen zu den Materialien des Körpers, die sich, einmal beschädigt, nicht mehr von alleine regenerieren können. Die Folge sind Schmerzen und Funktionseinbußen. Um noch Schlimmeres (wie zum Beispiel eine Arthrose) zu verhindern, ist eine Therapie deshalb unbedingt notwendig.



Mittels des sogenannten Tissue Engineering wird im Labor körpereigenes (autologes) Gewebe gezüchtet. Hierfür wird zunächst eine Gewebeprobe des Patienten entnommen und die Zellen im Labor vermehrt. Nach einigen Wochen werden diese patienteneigenen Zellen in den defekten Knorpel oder Knochen transplantiert. Das körpereigene Zelltransplantat ersetzt das fehlende Gewebe und kann nahezu vollständig die ursprüngliche Funktion übernehmen. Ein entscheidender Vorteil gegenüber anderen Behandlungsmethoden ist, dass ein Gewebetransplantat aus körpereigenen Zellen keine Abstoßungsreaktion verursachen kann.

Ein entscheidender Vorteil gegenüber anderen Behandlungsmethoden ist, dass ein Gewebetransplantat aus körpereigenen Zellen keine Abstoßungsreaktion verursachen kann.


Gelenkerkrankungen:


Mehr als 8 Millionen Menschen sind betroffen

Knorpel erfüllt wichtige Funktionen innerhalb der komplexen Struktur unserer Gelenke. Einerseits sorgt er für die reibungslose Bewegung der Knochen im Gelenk, andererseits kann er Belastungen und Stöße bis zum siebenfachen unseres Körpergewichtes auffangen und dämpfen. Aufgrund dieser Eigenschaften werden Beschädigungen der Knochen verhindert.

Zur optimalen Erfüllung seiner Aufgaben ist der Gelenkknorpel (hyaline Knorpel) in der Lage, Wasser aus der Umgebung im Gelek aufzunehmen und bei Belastung wieder abzugeben. Darüber hinaus sorgt diese Aufnahme und Abgabe von Gewebeflüssigkeit für die Nährstoffversorgung des Knorpelgewebes, da keine Blutgefäße enthalten sind, die normalerweise eine Versorgung mit Nährstoffen sicherstellen. Die fehlende Blutversorgung des Gelenkknorpels bedingt aber auch, dass sich der Knorpel im Falle einer Schädigung nur teilweise regenerieren kann. Das entstehende Ersatzgewebe hat jedoch nicht die Qualität des ursprünglichen Gewebes und kann den gestellten Anforderungen nicht vollständig gerecht werden.

In Deutschland betrifft es mehr als acht Millionen Menschen, die an Gelenkerkrankungen leiden und durch die damit verbundenen Entzündungen und Schmerzen erheblich in ihrer Lebensqualität eingeschränkt sind.

Hat der Gelenkknorpeldefekt erst einmal einen bestimmten Grad erreicht (Grad III – IV nach Outerbridge), reichen konservative Behandlungs-Methoden (medikamentöse Therapie oder Physiotherapie) nicht mehr aus und eine Operation wird unausweichlich. Je nach Art und Größe des Gelenkknorpelschadens kommen verschiedene operative Behandlungsmethoden zum Einsatz.



Neue Behandlungsmethode:

3D-Knorpelzell-Transplantation

Diese Methode ist eine Weiterentwicklung der ACT-Methode (Autologe Chondrozyten Transplantation) und stützt sich auf deren langjährige Erfahrungen. Statt einer knorpelzellhaltigen Flüssigkeit handelt es sich hier um ein autologes 3-dimensionales Knorpelzelltransplantat. Dieses besteht aus patienteneigenen Knorpelzellen, die zusammen mit einem biologischen „Klebstoff“ in ein resorbierbares (vom Körper abbaubares) Vlies eingebettet sind.

Ablauf einer Behandlung mit dem 3D-Knorpelzell-Transplantat


Biopsatentnahme
  • Während einer Arthroskopie (Kniespiegelung) wird die Diagnose gesichert.
  • Zur Kultivierung Ihrer körpereigenen Knorpelzellen werden Ihnen zuvor an einer gering belasteten Stelle des Kniegelenkknorpels ca. 250 mg Knorpelgewebe und ca. 100 ml Blut entnommen. Beides wird zusammen in einem speziellen Transportbehälter an unser Reinraumlabor in Freiburg gesandt.
  • Im Labor werden die Knorpelzellen mittels Zellkultur-Technik aus dem Knorpelgewebe herausgelöst und unter Verwendung des körpereigenen Blutserums vermehrt. Im Laufe der Kultivierung werden die Zellen in einem biologisch abbaubaren Grundgerüst (ein so genanntes „Trägervlies“) aufgenommen.

Transplantation
  • Die fertigen Transplantate werden am Tag der Transplantation an die Arztpraxis oder Klinik geliefert. Den geeigneten Termin zur Transplantation stimmt Ihr behandelnder Arzt mit dem Labor ab.


  • Während eines operativen Eingriffs, der auch durch Schlüssellochtechnologie (Arthroskopie) möglich ist, wird der vorhandene Knorpeldefekt vom geschädigten Knorpelgewebe befreit und die Ränder des Defektes geglättet.




  • Das vorgeformte Transplantat wird auf die gewünschte Größe zugeschnitten und mit Hilfe von vier, an jeder Ecke angebrachten Knoten, durch Verankerungskanäle, passgenau in den Defekt eingebracht.




  • Die vier Verknüpfungsnähte werden dabei sicher im Knochen verankert. So heilen die Knorpelzellen in den Defekt ein – das Trägervlies wird im Laufe eines halben Jahres resorbiert (aufgelöst).




  • Spezielle Rehabilitationsmaßnahmen, die individuell auf Ihren Knorpelschaden abgestimmt werden, sichern die Einheilung, Reifung und Aushärtung des neugebildeten Gelenkknorpels in einem Zeitraum von 6 Monaten und einem Jahr.







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